oikos KölnBlogLED-Glühbirnen

LED-Glühbirnen

Warum ihr an der Birne schrauben solltet!

von Tonio Kawase, 01.05.2017

 

Letzten Monat hat euch Suse einen kleinen Einblick in regionale und saisonale Ernährung gegeben, nun möchte ich euch mit einem weiteren Konsum-Thema “erleuchten”. 😉

Und zwar geht es um Licht! Meiner Meinung nach ein Teil des eigenen Konsumverhaltens, der oft nicht beachtet wird. Dabei hat sich in den letzten Jahren technologisch extrem viel getan.

 

Mittlerweile sind LED-Glühbirnen mit annehmbarer Lichtfarbe (schön warm und nicht knallend blau-weiß) auch für uns Studenten erschwinglich geworden. So können sie eine gute Alternative für Wolfram-Drähte oder die “ich-leuchte-erst-nach-5-Minuten-richtig”-Energiesparlampen in eurer Bude sein. Und zwar nicht nur in Bezug auf den Geldbeutel, sondern auch auf‘s Gewissen. 🙂

Geldbeutel:

Hier ein kleines Rechenbeispiel: Die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Standard-Glühbirne beträgt 1000 h pro Jahr und macht ca. 10% eurer Stromrechnung aus (Verbaucherzentrale Rheinland-Pfalz, 2012).

Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft betrug der durchschnittliche Stromverbrauch eines 3-köpfigen Haushalts (z.B. eure 3er-WG) in 2016 ca. 3500 kWh, was zu einer durchschnittlichen Stromrechnung von 84€ pro Monat geführt hat.

Handelsübliche LED-Glühbirnen, die ich z.B. zu Hause verwende, kommen mit ca. 10W auf die gleiche Leuchtkraft wie eine klassische 60W-Birne, brauchen also über 80% weniger Power. Die Ersparnis beträgt demnach

10% * 80% * 84€ = 6,72€ pro Monat, d.h. rund 80€ pro Jahr!

4 Kästen Kölsch mit Pfand sind drin, würd‘ ich sagen. 😉

Da LED-Glühbirnen mittlerweile stark im Preis gefallen sind (Markenbirnen im 3er-Pack ab 9€), beträgt die Preisdifferenz gegenüber klassischen Glühbirnen (Discounterware ≈ 1,50€) nur noch knapp 1,50€ pro Stück.

Angenommen ihr habt 5-6 “Dauerbrenner” in eurer Wohnung, habt ihr die Mehrkosten nach nicht mal einem Vierteljahr locker wieder raus!

Gewissen:

Anders als bei Lebensmitteln oder Kleidung, kommt es bei Glühbirnen neben dem Kaufverhalten auch sehr stark auf euer Nutzungsverhalten an. Bei Leuchtmitteln kann dieses 99% der gesamten mit dem Produkt verbundenen Emissionen ausmachen, hat also enormen Einfluss auf den Carbon Footprint der Lampen (siehe Tabelle).

Aber was ist überhaupt der Carbon Footprint?

Der “ökologische Fußabdruck” berechnet sich aus der Summe aller Treibhausgas-Emissionen für ein bestimmtes Produkt, umgerechnet in CO2-Äquivalente.

Hm… klingt erstmal kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht, da verschiedene Treibhausgase neben CO2, wie z.B. N2O (Stickstoffoxide) oder auch CH4 (Methan) in eine vergleichbare Einheit umgewandelt werden.

Und bei den so errechneten CO2-Emissionen gilt natürlich die Faustregel: Je weniger, desto besser! 😉

“Fußabdruck” verschiedener Alltags-Produkte im Vergleich

Quelle: Tesco Product Carbon Footprints Summary (2012)

So verursacht eine kWh Strom aus dem deutschen Strommix ungefähr ein halbes Kilo CO2 (Bundesumweltamt, 2015). Die oben ausgerechnete Ersparnis einer LED-Glühbirne von ca. 280 kWh pro Jahr entspricht also nicht nur 80€ weniger, sondern auch 140 Kilo weniger Treibhausgase, die in die Luft geblasen werden!

Das Handelsblatt schätzt, dass man einen Baum benötigt, um 12,5 Kilo CO2 zu binden, in diesem Fall beansprucht man also 11 Bäume weniger pro Jahr! Bäm!

Zu guter Letzt ist der wesentlich längere Life-Cycle einer LED-Birne gegenüber einer herkömmlichen Glühlampe (20.000h vs. 1000h) nicht zu vernachlässigen – besonders wenn es um die Schonung der Nerven geht! 😉

Und wenn euch das alles immer noch nicht überzeugt hat: Eine aktuelle Statista-Umfrage (s.u.) hat ergeben, dass diejenigen unter euch, die keine LED-Leuchtmittel nutzen, mittlerweile in der Minderheit sind. Ihr seid also nicht gerade im Trend, oh no! 😝

Top 3 der verwendeten Leuchtmittelarten in deutschen Haushalten (Mehrfachnennungen möglich)

Quelle: Statista (2017)

P.S.: Falls Ihr euch auch für den Carbon Footprint diverser Supermarkt-Produkte interessiert, gibt es von Tesco (ähnlich Edeka/Rewe nur in UK) einen recht ausführlichen Report.