oikos KölnBlogWillkommen im Siegeldschungel – Teil 1

Willkommen im Siegeldschungel – Teil 1

von Lea, 10.07.2017

Wie kann ich wissen, welches Produkt ich mit gutem Gewissen kaufen kann? Auf diese  Frage versuchen die vielen bunten Siegel, die die meist grün verpackten Bioprodukte zieren, eine glaubwürdige Antwort zu geben. Ein kurzer Gang durch meine Wohnung ergibt folgende Bilanz: Ca. 12 verschiedene Bio-/Fairtrade-/Nachhaltigkeitssiegel finden sich in meiner WG – und von den meisten habe ich keine Ahnung, was sie mir sagen sollen.

Um aus den verschiedenen Zeichen und Symbolen ein bisschen schlauer zu werden, nehme ich heute als erstes meinen letzten Supermarkteinkauf unter die Lupe…

Da mein Haushaltsbudget – typisch studentisch – beschränkt ist, finden sich vor allem Bio-Lebensmittel mit dem EU-Biosiegel in meinem Kühlschrank. Aber wie können beispielweise Tomaten, die nur ca. 30% teurer sind als konventionelle Tomaten, bioproduziert sein? Seitdem 2010 das EU-Biosiegel eingeführt wurde, kann ich mich zumindest darauf verlassen, dass überall, wo Bio draufsteht, auch ein Mindestsatz an Bio drin ist. Doch der EU-Standard schreibt beispielsweise „nur“ artgerechte Haltung, maximale Bestandsdichten (Tiere pro Fläche) oder den grundsätzlichen Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie auf Gentechnik vor. Viele Kritiker sehen in diesem Siegel daher nur eine „bio-light-Version“.

Deutlich strengere Maßstäbe als das EU-Siegel legen Bio-Anbauverbände wie zum Beispiel Demeter, Bioland und Naturland an, ihre Produkte sind dafür aber meistens auch teurer. Anders als bei beim EU-Siegel müssen beispielsweise die Höfe vollständig auf Bio-Produktion umgestellt werden, die Futtermittel müssen zu 100% aus biologischer und zu mindestens 50% aus eigener Produktion stammen und die maximalen Bestandszahlen pro Fläche liegen meist bei ca. der Hälfte des EU-Wertes. Auch der Zusatz von konventionellen oder genveränderten Produkten oder der Einsatz von nicht-chemischen Düngern sowie Fleisch-, Knochen-, oder Fischmehl ist bei den Bio-Anbauverbänden stark eingeschränkt oder verboten.

Einen genauen Vergleich der Richtlinien verschiedener Siegel findet hier nochmal vom Asta der TH Köln zur Verfügung gestellt.

Natürlich sollte man auch stets einen Blick auf die Herkunftsangabe der Produkte werfen – denn ob eine aus Übersee eingeschiffte Biotomate für 99 Cent tatsächlich nachhaltiger ist als die konventionell produzierte, regionale Tomate ist sicherlich fraglich. Schaut euch dazu am besten unseren Blogeintrag zum Thema “Regional und saisonal essen” an!

In 2 Wochen berichte ich euch dann, welche Siegel mir beim Saubermachen und Waschen über den Weg gelaufen sind! 🙂